Baustart für 7 Brunnen im Herbst

„Wo gehen wir Risiken ein, die wir möglicherweise in der Zukunft bereuen?“ Diese alles bezeichnende abschließende Frage stellt Frau Dr. Marike Kolossa-Gehring vom Umweltbundesamt in der Recherche des Umweltmagazins UNKRAUT. Der BR berichtet in seinem Beitrag „Der Skandal um das Umweltgift PFAS: Auf ewig in der Natur?“ u. a. über Altötting und Manching (Link in unserem Pressearchiv). 

Jetzt im Herbst soll er also kommen, der lang ersehnte und hart erkämpfte Baustart für die Brunnengalerie entlang der nördlichen Landebahn am Manchinger Flugplatz. Die ursprünglich geplanten fünf Brunnen haben sich auf insgesamt sieben erhöht. Die Liste der vorgebrachten Gründe für die Verzögerungen der Baumaßnahmen ist lang; 3-Phasen-Plan, Ausschreibungsprobleme, militärischer Sicherheitsbereich, aktiver Flugbetrieb, unvorhergesehene Verockerung, Kampfmittelräumung, Natur- und Denkmalschutz (Biotop, Brachvogel, keltisches Oppidum), …

Wie unser Bürgermeister H. Nerb hätten auch wir uns hier eine Ausnahmeregelung gewünscht. In der Vergangenheit wurden im Landkreis Pfaffenhofen durchaus Bauvorhaben unbürokratisch vorangetrieben, wie beispielsweise der Bau der Staustufe in Vohburg. Fehlt allein der Wille? 

Seit mehr als 10 Jahren ist das Problem mit den Ewigkeitschemikalien am Manchinger Flugplatz bekannt. Über die Abwicklungsdauer zur Ergreifung von Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen mag sich jeder seine eigene Meinung bilden. Doch der Verursacher kann uns Betroffenen gegenüber noch so oft betonen, er arbeite mit oberster Priorität an der Sache – die fortwährende bis dato nicht unterbundene Kontamination unseres Grundwassers, der Böden, Bäche und Weiher mit der toxischen Fracht spricht deutlicher als jedes Lippenbekenntnis. 

Die Aussagen der Biologin und Toxikologin Frau Dr. Kolossa-Gehring lassen aufhorchen, egal ob sie über den Cocktaileffekt spricht, nach Optionen fragt oder bekennt, sie habe in 30 Jahren Berufserfahrung vorher noch keinen Stoff gesehen, bei dem sowohl in Tierversuchen, als auch in epidemiologischen Studien eine ganze Reihe wirklich bedenklicher toxikologischer Wirkungen bei einem relativ niedrigem Belastungsniveau auftreten. Dem ist nichts hinzuzufügen. 

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