Die EU befindet sich gerade in einer entscheidenden Bewertungsphase für ein mögliches weitreichendes Verbot. Die European Chemicals Agency prüft einen Vorschlag, diese „Ewigkeitschemikalien“ umfassend einzuschränken. Dabei ist der wissenschaftliche Risikoausschuss (RAC) weitgehend fertig mit seiner Einschätzung zu Umwelt- und Gesundheitsrisiken, während der sozioökonomische Ausschuss (SEAC) bereits einen ersten Entwurf seiner Bewertung vorgelegt hat.
Dieser SEAC-Entwurf wurde im März 2026 verabschiedet und bildet die Grundlage für die aktuell laufende öffentliche Konsultation. In dieser Phase bringen Industrie, Verbände, Mitgliedstaaten und andere Akteure zusätzliche Daten ein, etwa zu Kosten, Alternativen und Auswirkungen auf verschiedene Branchen. Auf dieser Basis wird die Stellungnahme noch einmal überarbeitet und soll bis Ende 2026 final vorliegen. In dieser Phase entscheidet sich im Kern, ob ein nahezu vollständiges Verbot als verhältnismäßig gilt oder ob es umfangreiche Ausnahmen geben muss, etwa für kritische Anwendungen wie Medizin oder bestimmte High-Tech-Bereiche.
Die Mitgliedstaaten können sich dabei durchgehend einbringen: Sie haben den ursprünglichen Vorschlag teilweise selbst initiiert, liefern in der Konsultationsphase aktiv Daten und Expertise und sind über Fachleute in den Ausschüssen vertreten. Politisch entscheidend wird ihre Rolle aber erst nach Abschluss der Bewertung, wenn die European Commission gemeinsam mit ihnen über die konkrete Regulierung entscheidet.
Ende 2026 fällt noch keine politische Entscheidung über ein Verbot, sondern bis dann liegt die wissenschaftlich-ökonomische Grundlage vor. Danach entscheiden die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten, ob und in welcher Form die PFAS-Beschränkung tatsächlich beschlossen wird.
Einige aus dieser Chemikaliengruppe stehen im Verdacht, beim Menschen die Leber und das Immunsystem zu schädigen, die Wirksamkeit von Impfungen zu verringern, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen und Krebs zu fördern. Bekannteste Vertreter wie PFOA und PFOS wurden zwar bereits verboten, doch häufig werden sie durch ähnlich belastende PFAS-Stoffe ersetzt. Aus diesem Grund arbeitet die EU-Kommission seit Jahren an einem umfassenden Verbot der gesamten Stoffgruppe.
Insgesamt befindet sich das Thema also gerade in der „heißen“ Phase der Abwägung zwischen Umwelt- und Gesundheitsschutz auf der einen Seite und wirtschaftlicher Umsetzbarkeit auf der anderen.

