„Wenn europäische Bürgerinnen und Bürger gemeinsam ihre Stimme erheben, haben wir die Pflicht, ihnen zuzuhören.“
Mit diesen eindringlichen Worten wenden sich acht Europaabgeordnete in einem parteiübergreifenden Schreiben vom 30. September 2026 an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Darin benennen sie die PFAS-Belastung in Manching ausdrücklich als Beispiel für die weitreichenden Folgen der PFAS-Verschmutzung in Europa.
In ihrem Schreiben schildern die Abgeordneten die Situation betroffener Menschen in mehreren europäischen Ländern. Sie berichten von belastetem Wasser, gesundheitlichen Sorgen und den Folgen jahrzehntelanger Umweltverschmutzung. Auch Manching findet ausdrücklich Erwähnung: Die Belastung wird auf den jahrzehntelangen Einsatz PFAS-haltiger Löschschäume auf einem nahegelegenen Militärflugplatz zurückgeführt.
Für die IG NO PFAS MANCHING ist das ein wichtiges Signal. Denn die PFAS-Problematik in Manching ist Teil einer europaweiten Umweltbelastung, die entschlossenes politisches Handeln erfordert.
Unser Engagement führt auch nach Brüssel
Wir haben uns frühzeitig darum bemüht, die Situation in Manching auf europäischer Ebene bekannt zu machen. Bei einem Besuch im März 2026 sprachen wir in Brüssel mit Prof. Dr. Martin Scheringer von der ETH Zürich, dem Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments Martin Hojsík und mit Léonie Bühler aus dem Büro der Europaabgeordneten Jutta Paulus. Einen Monat später besuchte Jutta Paulus unsere Bürgerinitiative in Westenhausen und konnte sich vor Ort mit unserer Situation und unseren Anliegen auseinandersetzen.
Dass Manching nun ausdrücklich im Schreiben der acht Europaabgeordneten genannt wird, unterstreicht die Bedeutung, die der Belastung vor Ort auch im europäischen Zusammenhang zukommt.
Ein Verbot allein reicht nicht
Die Abgeordneten fordern von der Europäischen Kommission eine umfassende Beschränkung von PFAS. Sie betonen zugleich, dass dies nur ein Teil der notwendigen Maßnahmen ist.
Angesichts der bereits bestehenden Umweltverschmutzung brauche es außerdem wirksame Regelungen, damit die Verursacher für die Sanierung belasteter Gebiete und die Entschädigung betroffener Menschen Verantwortung übernehmen. Auch die Beteiligung der betroffenen Gemeinden an politischen Entscheidungen müsse gestärkt werden.
Im Schreiben werden europaweit mehr als 23.000 bereits kontaminierte Standorte und weitere 21.500 Verdachtsstandorte genannt. Schätzungsweise 12,5 Millionen Menschen in Europa trinken demnach belastetes Wasser.
Die Abgeordneten kritisieren zudem, dass Gesprächsanfragen betroffener Gemeinschaften an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen abgelehnt worden seien, während Treffen mit Vertretern der Chemieindustrie stattfänden. Sie fordern, dass die Betroffenen dieselben Möglichkeiten erhalten, ihre Anliegen vorzubringen wie die Industrie.
Unsere Forderungen
Für Manching, wie für uns alle, ist entscheidend, dass politische Aufmerksamkeit zu konkreten Maßnahmen führt. Die Menschen allerorts dürfen nicht mit den Folgen einer PFAS-Verschmutzung allein gelassen werden. Deshalb werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass Umwelt und Bevölkerung geschützt und die notwendigen Konsequenzen gezogen werden. Dass Manching im Schreiben der Europaabgeordneten ausdrücklich genannt wird, ist ein wichtiges Zeichen. Jetzt kommt es darauf an, dass daraus konkrete Schritte folgen.
Quelle: Schreiben von acht Mitgliedern des Europäischen Parlaments an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom 30. September 2026.
Titelgrafik: KI-gestützte Illustration, redaktionell gestaltet von IG NO PFAS Manching

