Das Erbe der „Ewigkeitschemikalien“

Am 4. März 2026 folgten wir einer Einladung des Europäischen Umweltbüros und ClientEarth ins Kino „Cinéma Galeries“ zu einer exklusiven Vorführung des preisgekrönten Dokumentarfilms How To Poison A Planet mit anschließender Podiumsdiskussion

Von Wissenschaftlern als die schlimmste Verschmutzungskrise beschrieben, mit der die Menschheit jemals konfrontiert war, sind PFAS heute überall – mit potenziell Negativfolgen für Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft. Mit einem Blick hinter die Kulissen der größten Trinkwasserstreitigkeiten in der Geschichte der USA dokumentiert „How to Poison a Planet“ einen globalen Kampf um die Rechenschaftspflicht, von New York City bis hin zu einer kleinen First Nations-Gemeinschaft in Australien.

Der Beitrag zeichnet ein eindringliches Bild der globalen Belastung durch sogenannte PFAS, die in zahlreichen Alltagsprodukten und insbesondere in Feuerlöschschaum verwendet wurden. Weil diese Stoffe kaum abgebaut werden, verbreiten sie sich über Wasser, Luft und Nahrungsketten und lassen sich heute weltweit in Umweltproben und im menschlichen Körper nachweisen.

Die Dokumentation verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit persönlichen Geschichten aus betroffenen Regionen. So wird etwa der Ort Wreck Bay in Australien gezeigt, wo PFAS-haltiger Löschschaum von militärischen Einrichtungen ins Grundwasser gelangte und bei vielen Bewohnern große Sorgen um ihre Gesundheit auslöste. Studien bringen bestimmte PFAS-Verbindungen mit Krankheiten wie Krebs oder Störungen des Immunsystems in Zusammenhang.

Auch die juristische Aufarbeitung spielt eine wichtige Rolle. Der US-Anwalt Robert Bilott deckte in langjährigen Gerichtsverfahren auf, dass Chemieunternehmen schon früh Hinweise mögliche Gefahren kannten. Seine Klagen führten zu umfangreichen Enthüllungen und Entschädigungszahlungen für betroffene Gemeinden.

Der Film macht deutlich, wie aus einem menschgemachten industriellen Erfolgsprodukt ein globales Umwelt- und Gesundheitsproblem wurde – und wie Wissenschaft, Öffentlichkeit und Rechtssystem heute versuchen, die Folgen dieser „Ewigkeitschemikalien“ zu begrenzen.

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