STOP PFAS Pollution

Vom 3. bis 6. März 2026 nahmen unsere beiden Vorsitzenden Gudrun Lemle und Doris Schmidt zusammen mit Frank Bremauer von der BiNT.Bayern als einzige deutsche Vertreter in Brüssel am internationalen Stop PFAS Forum teil. Organisiert wurde dieses vom European Environmental Bureau (EEB), einem der größten Netzwerke von Umweltorganisationen in Europa. Vertreter von Bürgerinitiativen, Umweltorganisationen, Wissenschaft und Politik kamen zusammen, um über die zunehmende Belastung durch PFAS zu sprechen und politische Lösungen auf europäischer Ebene zu diskutieren.

PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine große Gruppe industriell hergestellter Chemikalien. Sie werden seit Jahrzehnten in zahlreichen Produkten eingesetzt, etwa in wasser- und schmutzabweisenden Textilien, beschichteten Kochutensilien, Verpackungen, Feuerlöschschäumen oder technischen Anwendungen. Charakteristisch für diese Stoffe ist ihre extreme Stabilität. Sie bauen sich in der Umwelt kaum ab und können sich über lange Zeiträume in Böden, Gewässern, Tieren und im menschlichen Organismus anreichern. Deshalb werden PFAS häufig als „Forever Chemicals“ bezeichnet.

Zunehmend zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass viele dieser Stoffe mit gesundheitlichen Risiken in Verbindung stehen können und PFAS-Belastungen in zahlreichen Regionen Europas nachweisbar sind. Besonders betroffen sind häufig Gemeinden in der Nähe von Industrieanlagen, Flughäfen oder Standorten, an denen über Jahre PFAS-haltige Löschschäume eingesetzt wurden; wie bei uns am Militärflugplatz Manching.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die politische Diskussion über eine umfassende Regulierung von PFAS in der Europäischen Union stark an Bedeutung. Mehrere EU-Mitgliedstaaten – darunter Deutschland, die Niederlande und Dänemark – haben gemeinsam einen Vorschlag für eine weitreichende Beschränkung dieser Stoffgruppe in der EU eingebracht. Der Entscheidungsprozess dazu läuft derzeit im Rahmen der europäischen Chemikaliengesetzgebung und könnte in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen, wie mit PFAS künftig umzugehen ist.

Das Stop PFAS Forum in Brüssel bot eine Plattform für persönlichen Austausch zwischen Betroffenen, Fachleuten und politischen Entscheidungsträgern. Neben Fachvorträgen und Diskussionsrunden standen auch Erfahrungsberichte aus belasteten Regionen Europas im Mittelpunkt. Ziel der Veranstaltung war es, die Perspektiven der betroffenen Bevölkerung stärker in die europäische Debatte einzubringen und auf die Dringlichkeit von Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit aufmerksam zu machen.

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