Unsere Gewässer im Blick – PFAS, Fisch und Verantwortung

Warum wird über PFAS zunehmend berichtet?

In den vergangenen Jahren wurden in immer mehr Gewässern PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) nachgewiesen. Dadurch werden zunehmend Verzehrhinweise oder Verzehrwarnungen für selbst gefangene Fische ausgesprochen.

PFAS sind eine große Gruppe langlebiger Industriechemikalien, die aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften über viele Jahrzehnte in zahlreichen Anwendungen eingesetzt wurden. Sie sind sehr stabil und werden in der Umwelt nur äußerst langsam abgebaut.

Auch in unserer Region spielt dieses Thema eine Rolle. Gewässer im Abstrombereich des Flugplatzes Manching stehen aufgrund einer PFAS-Belastung unter besonderer Beobachtung.

PFAS im Gewässer – warum ist das relevant?

PFAS können in verschiedenen Bereichen eines Gewässers vorkommen: Im Sediment, in Kleinstlebewesen und in Fischen. Doch der gemessene PFAS-Gehalt im Oberflächenwasser allein beschreibt nicht automatisch die Belastung eines Fisches.

Fische nehmen PFAS u. a. auf über die Kiemen, das Wasser und die Nahrungskette. Bestimmte PFAS können sich im Fischkörper anreichern und werden nur langsam ausgeschieden.

Welche Fische können stärker belastet sein?

Die Belastung hängt nicht nur von der Fischart ab, sondern u. a. von der Gewässerbelastung, Alter und Größe des Fisches, Aufenthaltsdauer im Gewässer sowie Lebensweise und Ernährung. So können größere und ältere Fische höhere Belastungen aufweisen. Raubfische wie Hecht oder Zander können besonders betroffen sein, da sie am Ende der Nahrungskette stehen und über viele Beutefische PFAS aufnehmen können. Doch auch Friedfische können belastet sein. Eine pauschale Aussage „Raubfisch belastet, Friedfisch unbelastet“ ist daher nicht möglich.

Wie werden PFAS-Belastungen bewertet?

Bei PFAS gibt es unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe. Sie beantworten unterschiedliche Fragen und sind nicht direkt miteinander vergleichbar.

BereichBewertungsmaßstabWert / Bedeutung
GewässerbewertungUmweltqualitätsnorm (UQN) für PFOS in Fisch/Biota9,1 µg/kg Frischgewicht – Bewertung des Gewässerzustands
Lebensmittel FischEU-Höchstgehalte für PFAS im FischΣPFAS-4: 8,0 µg/kg (Summe aus PFOS, PFOA, PFNA und PFHxS) – Bewertung als Lebensmittel
Gesundheit MenschEFSA TWI
(Tolerable Weekly Intake / tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge)
4,4 ng/kg Körpergewicht/Woche (PFOS, PFOA, PFNA und PFHxS) – Bewertung der langfristigen Aufnahme

Die Werte haben unterschiedliche Funktionen:

  • Die UQN bewertet die Umweltbelastung.
  • Die Höchstgehalte bewerten Fisch als Lebensmittel.
  • Der TWI bewertet die langfristige Aufnahme über die Nahrung und gibt an, wie viel eine Person – bezogen auf ihr Körpergewicht – ein Leben lang wöchentlich mit der Nahrung aufnehmen kann, ohne dass gesundheitliche Schäden zu erwarten sind.

Gesundheitliche Bedeutung des Fischverzehrs

PFAS können sich im menschlichen Körper anreichern und werden nur langsam ausgeschieden. Gesundheitlich relevant ist vor allem die regelmäßige Aufnahme über längere Zeiträume. Ein gelegentlicher Verzehr einzelner Fische führt nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu einer akuten Gesundheitsgefährdung. Bei regelmäßigem Verzehr belasteter Fische kann jedoch die PFAS-Aufnahme erhöht sein.

Besondere Vorsicht wird empfohlen für Kinder und Jugendliche, Schwangere, Stillende und Frauen mit Kinderwunsch.

Warum gibt es immer mehr Verzehrwarnungen?

Die zunehmende Zahl an Warnungen hat mehrere Gründe. PFAS werden heute häufiger untersucht. Die Analytik ist deutlich empfindlicher geworden. Die gesundheitliche Bewertung wurde in den letzten Jahren verschärft. Belastungen werden dadurch früher erkannt.

Eine neue Verzehrwarnung bedeutet daher nicht automatisch, dass ein Gewässer plötzlich stärker belastet wurde. Häufig bedeutet sie, dass eine bestehende Belastung nun erkannt und bewertet werden kann.

Was sollten Angler beachten?

Angler leisten einen wichtigen Beitrag zur Pflege und Beobachtung unserer Gewässer. Empfohlen wird behördliche Hinweise zu beachten, Informationen zu einzelnen Gewässern zu berücksichtigen sowie bei bekannten PFAS-Belastungen regelmäßigen Verzehr selbst gefangener Fische kritisch zu betrachten.

Fazit

PFAS sind langlebige Umweltstoffe, die viele Gewässer betreffen können. Für die Bewertung ist nicht nur entscheidend, was im Wasser gemessen wird, sondern auch, welche Mengen tatsächlich im Fisch ankommen.

Bei bestätigter PFAS-Belastung empfiehlt es sich, die bestehende behördliche Verzehrwarnung zu beachten und beim Verzehr von Fischen aus den betroffenen Gewässern besondere Umsicht walten zu lassen.

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