Forschung ist der Schlüssel, um die PFAS-Problematik langfristig zu bewältigen. Sie schafft die Grundlage für sichere Alternativen zu PFAS, verbessert unser Verständnis der Auswirkungen auf Mensch und Umwelt und ermöglicht die Entwicklung wirksamer Sanierungsverfahren.
Vor diesem Hintergrund überrascht die Ablehnung der Drucksache Nr. 19/9333 im Bayerischen Landtag „Jetzt PFAS-Forschung voranbringen“, da der Antrag im Umweltausschuss keine Mehrheit fand. Ziel des Antrags war es, die PFAS-Forschung in Bayern gezielt zu stärken. Vorgesehen waren u. a. Entwicklung PFAS-freier Alternativen, Erforschung der Auswirkungen von PFAS und Trifluoressigsäure (TFA) auf Umwelt und Gesundheit sowie die Weiterentwicklung von Verfahren zur Entfernung und Zerstörung dieser langlebigen Chemikalien.
Unabhängig von der politischen Bewertung bleibt aus unserer Sicht eine grundsätzliche Frage: Wie sollen die Herausforderungen durch PFAS bewältigt werden, wenn Forschung und Innovation nicht konsequent gestärkt werden?
Gerade für Regionen wie Manching und Altötting ist Forschung keine abstrakte Zukunftsaufgabe. Sie entscheidet mit darüber, ob belastete Böden und Gewässer künftig wirksamer saniert, sichere Alternativen zu PFAS entwickelt und wie Gesundheits- und Umweltrisiken besser bewertet werden können.
Die Europäische Union arbeitet derzeit an einem umfassenden Umgang mit PFAS. Neben der Diskussion über weitreichende Beschränkungen und Verbote wird auch intensiv an Ersatzstoffen, neuen Analyseverfahren und innovativen Technologien zur Entfernung und Zerstörung dieser Stoffe geforscht. Diese Entwicklungen zeigen: Der Ausstieg aus PFAS kann nur gelingen, wenn Regulierung und Forschung Hand in Hand gehen.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre machen deutlich, dass PFAS ein langfristiges Umweltproblem sind. Umso wichtiger ist es, heute in wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Technologien zu investieren. Forschung ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage dafür, dass aus der Erkenntnis von Problemen konkrete Lösungen entstehen.
Ein Blick über die bayerische Landesgrenze zeigt in Baden-Württemberg mit einer Förderung von 1,2 Millionen Euro für das Forschungsvorhaben SPIRIT einen anderen Ansatz. Fortschritt entsteht dort, wo Forschung ermöglicht wird.
Unsere Auffassung ist daher klar: Wer den Ausstieg aus PFAS ernst meint, sollte auch die Forschung fördern. Denn nur mit neuen Erkenntnissen, innovativen Verfahren und PFAS-freien Alternativen lassen sich Mensch, Umwelt und künftige Generationen wirksam schützen.
Titelgrafik: KI-gestützte Illustration, redaktionell gestaltet von IG NO PFAS Manching

