Am 20. Juli 2020 begann auf dem Flugplatz Manching mit der ersten Probebohrung ein wichtiger Schritt zur PFAS-Sanierung. Damals war die Hoffnung groß, dass nun zügig Maßnahmen folgen würden, um die weitere Ausbreitung der „Ewigkeitschemikalien“ zu stoppen.
Was wurde seitdem erreicht?
In den vergangenen sechs Jahren wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, Messstellen eingerichtet und das ganze Ausmaß der Belastung weiter erfasst. Seit Ende 2024 ist im Bereich der ehemaligen Feuerwache eine Pump-&-Treat-Anlage in Betrieb. Dabei wird belastetes Grundwasser abgepumpt, über Aktivkohle gereinigt und anschließend wieder versickert. Nach Angaben der Behörden befindet sich die Anlage seit Frühjahr 2025 im Regelbetrieb.
Die Anlage soll vor allem verhindern, dass sich die PFAS-Fahne weiter über das Grundwasser ausbreitet. Sie gilt jedoch als Abstromsicherung und nicht als vollständige Sanierung der Schadstoffquelle.
Wo stehen wir im Jahr 2026?
Positiv ist, dass inzwischen technische Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers umgesetzt wurden. Gleichzeitig bleibt festzuhalten:
- Die PFAS-Quelle auf dem Flugplatz ist bislang nicht vollständig beseitigt.
- Die Sanierung des kontaminierten Bodens steht weiterhin aus.
- Die Belastung der Umgebung erfordert auch künftig eine engmaschige Überwachung.
- Für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger ist das Thema noch lange nicht abgeschlossen. Unter anderem deshalb, weil eine Allgemeinverfügung die Nutzung des Grundwassers bis 2032 untersagt.
- Der für Mitte 2026 angekündigte Bericht über die Wirksamkeit der Grundwasserreinigung liegt bis heute nicht vor.
- Die angekündigte zweite Variantenuntersuchung für die belasteten Flächen auf dem Flugplatz steht weiterhin aus; eine Ausschreibung ist bislang nicht erfolgt.
Unser Fazit
Der 20. Juli 2020 markierte einen wichtigen Meilenstein der PFAS-Altlastensanierung am Flugplatz Manching. Mit der Realisierung der Grundwasserreinigungsanlage ist zwar ein wichtiger Schritt erfolgt, dennoch treten wir darüber hinaus in wesentlichen Punkten weiterhin auf der Stelle. Gerade der Faktor ZEIT spielt dabei eine entscheidende Rolle. Verzögerungen bei Untersuchungen, Entscheidungen und der Veröffentlichung angekündigter Ergebnisse erschweren nicht nur den Sanierungsfortschritt, sondern belasten auch das Vertrauen der betroffenen Bevölkerung. Der aus unserer Sicht zu gemächliche Umgang mit Verfahrenszeiten sowie Datenschutzbestimmungen, die notwendige Transparenz und den Informationsfluss ausbremsen, bleiben unsere zentralen Kritikpunkte.
Unser Ziel bleibt deshalb unverändert: Die weitere Ausbreitung der PFAS-Belastung muss dauerhaft gestoppt und gleichzeitig weitere Kontaminationsflächen konsequent in die Sanierungsstrategie einbezogen werden. Nur so können Mensch, Umwelt und Grundwasser langfristig wirksam geschützt werden.

