PFAS-Austausch mit dem Landrat

Am 23.06.2026 führten wir ein Gespräch mit unserem Landrat und zwei weiteren Mitarbeitern das Landratsamtes zum aktuellen Stand der PFAS-Thematik im Bereich des Flugplatzes Manching. Wir begrüßen, dass dieser Austausch möglich war. Gleichzeitig wurde bei den nachstehenden Punkten deutlich, dass hinsichtlich der Bewertung der aktuellen Situation teilweise unterschiedliche Einschätzungen bestehen:

1. Sediment- und Fischproben aus Westenhauser Ach und Irschinger Ach

Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die aus unserer Sicht unterschiedliche Vorgehensweise bei Irschinger Ach und Westenhauser Ach. Wir erhielten Informationen zu Ergebnissen der Fischproben der Irschinger Ach sowie den vorbereitenden Beprobungen im Zusammenhang mit Grabenräumungen der Irschinger wie Westenhauser Ach.

Seitens des Landratsamtes wurde erläutert, dass die Räumung der Irschinger Ach als vorsorgliche Hochwasserschutzmaßnahme der Stadt Vohburg durchgeführt wurde und nicht im Zusammenhang mit PFAS stehe.

Für uns bleibt dennoch die Frage, ob die Belastungssituation beider Gewässer ausreichend betrachtet wurde und wie in Zukunft die weitere Entwicklung der Westenhauser Ach begleitet und bewertet wird.

2. Variantengutachten – weiterhin keine Ergebnisse

Der Abschlussbericht zur Variantenuntersuchung, der ursprünglich für Ende 2022 angekündigt wurde, liegt weiterhin nicht vor. Nach den uns vorliegenden Informationen bestehen derzeit noch vertragliche und vergaberechtliche Fragestellungen. Die Bundeswehr hat die Bayerische Bauverwaltung mit der Vergabe beauftragt. Eine endgültige Vergabe konnte bislang offenbar aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht erfolgen.

Dieses Gutachten wäre die Grundlage für die Beurteilung, ob über die bestehende Grundwasserreinigung hinaus weitere Sanierungsmaßnahmen auf anderen belasteten Flächen notwendig sein könnten.

3. Ergebnisse der Pump-and-Treat-Maßnahme

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Pump-and-Treat-Maßnahme wurde für Mitte 2026 angekündigt. Zum Zeitpunkt des Gesprächs lagen diese Ergebnisse noch nicht vor. Wir haben darum gebeten, die Übersendung zeitnah einzufordern.

Die Ergebnisse sind ein wichtiger Baustein, um bewerten zu können, wie wirksam die bisherigen Maßnahmen sind und welche weiteren Schritte gegebenenfalls notwendig werden.

4. Erdmaterial, Beprobung und Entsorgung

Beim Bau der Brunnen und Rigolen auf dem Flugplatzgelände sind erhebliche Mengen an Erdmaterial angefallen. Wir stellen nicht infrage, dass die Arbeiten nach den geltenden rechtlichen Vorgaben durchgeführt wurden. Gleichzeitig halten wir es gerade bei einer sensiblen Altlastenthematik für wichtig, Transparenz über die erfolgte Abwicklung herzustellen. Dazu gehören aus unserer Sicht Informationen über die Zertifizierung des Materials, die angefallenen und abgefahrenen Mengen, sowie die Entsorgungswege bzw. Deponien.

Nachvollziehbare Informationen schaffen Vertrauen. Für Bürgerinnen und Bürger ist schwer vermittelbar, warum bei privaten Bauvorhaben ein hoher und kostspieliger Aufwand für Beprobung und Entsorgung betrieben werden muss, hingegen bei einer großflächigen Altlastenproblematik Informationen zu Mengen und Entsorgungswegen seit Monaten bislang erfolglos eingefordert werden müssen.

5. Grundwasserproben aus Brunnen

Nach Aussage des Landratsamtes wurden landwirtschaftliche Brunnen sowie zwei repräsentative private Brunnen beprobt.

Unser Fazit:

Die Grundwasserreinigung ist ein wichtiger Schritt – aus unserer Sicht jedoch nicht das Ende der notwendigen Aufarbeitung. PFAS ist ein langfristiges Thema. Entscheidend sind transparente Kommunikation, vollständige Informationslage und die Bereitschaft, mögliche weitere Maßnahmen auf einer belastbaren Grundlage zu prüfen. Wir bleiben daher im Austausch mit den zuständigen Stellen und setzen uns weiterhin hartnäckig dafür ein, dass offene Fragen der Betroffenen geklärt werden.

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