Rund 1.200 Tonnen entsorgt – Fragen zum Wiedereinbau bleiben offen
Auf unsere Anfrage zum Verbleib des bei den Sanierungsarbeiten am Flugplatz Manching angefallenen Bodenaushubs hat das Landratsamt Pfaffenhofen inzwischen Auskunft erteilt.
Drei Haufwerke mit insgesamt rund 1.200 Tonnen Bodenmaterial wurden beprobt und anschließend über die Firma ZECH Umwelt GmbH entsorgt:
- HW1: ca. 440 t – Aushub aus der Aufstellfläche der Reinigungsanlage
- HW2: ca. 680 t – weiterer Aushub aus der Aufstellfläche
- HW3: ca. 80 t – Material aus der Profilierung des nördlichen Postenwegs
Für alle drei Haufwerke wird ein PFAS-Gehalt der Verwertungsklasse VK1 angegeben. Einstufungsrelevant für die Entsorgung waren bei HW1 und HW2 die Arsengehalte, bei HW3 der Glühverlust. Weiteres Material wurde wieder eingebaut.
Nicht sämtliches Bodenmaterial wurde jedoch entsorgt. Boden aus dem Bereich der Versickerungsanlage wurde gesiebt und als Drainagekies wieder eingebaut. Der Siebdurchgang wurde an der nördlichen Startbahnschulter zwischengelagert und anschließend zur Einsandung der Kabel der Brunnentrasse verwendet. Auch das Material aus der Brunnentrasse und den Brunnenschächten wurde seitlich zwischengelagert und anschließend wieder vor Ort eingebaut. Als Begründung wird angegeben, dass diese Bereiche außerhalb der PFAS-Verdachtsflächen liegen und das dortige Grundwasser unbelastet sei.
PFAS-Analytik des wieder eingebauten Materials: Für uns bleibt damit eine wesentliche Frage offen: Welche konkreten PFAS-Gehalte hatte das Material, das wieder eingebaut bzw. anderweitig auf dem Flugplatz verwendet wurde?
Wir haben deshalb beim Landratsamt um die entsprechenden Analysen und Nachweise gebeten. Insbesondere möchten wir nachvollziehen können, ob und wie das Material jeweils auf PFAS untersucht wurde und auf welcher analytischen Grundlage der Wiedereinbau als unbedenklich eingestuft wurde.
Zur Aktivkohle der Reinigungsanlage liegt die Auskunft vor, dass die beladene Aktivkohle nach Belgien zu einer Reaktivierungsanlage transportiert und dort thermisch reaktiviert wird. Anschließend wird sie wieder in einem größeren Aktivkohlepool eingesetzt.
Die Antwort des Landratsamtes schafft zwar mehr Transparenz über den Verbleib des Bodenaushubs, wirft aber zum wieder eingebauten Material noch Fragen auf, die wir klären werden.

