PFAS in Badegewässern – was man wissen sollte

Bei sommerlichen Temperaturen suchen viele Menschen Abkühlung in Seen, Flüssen oder anderen Gewässern. Dabei rückt zunehmend eine Gruppe langlebiger Industriechemikalien in den Fokus: PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen).

PFAS werden seit Jahrzehnten wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften eingesetzt. Sie sind in der Umwelt nur schwer abbaubar und können über verschiedene Wege in den menschlichen Körper gelangen. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass bestimmte PFAS-Verbindungen grundsätzlich auch über die Haut aufgenommen werden können.

Situation in der Region Manching

Im Umfeld des Flugplatzes Manching sind PFAS-Belastungen des Grundwassers bekannt. Die Belastungen stehen nach bisherigen Erkenntnissen insbesondere mit früheren Anwendungen PFAS-haltiger Löschmittel in Zusammenhang.

Betroffen sind vor allem Bereiche in der Abstromrichtung nördlich bzw. nordöstlich des Flugplatzes in Lindach und Westenhausen. Für diese Bereiche wurden Untersuchungen durchgeführt und Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung eingeleitet.

Für Gewässer im südlich gelegenen Feilenmoos sowie außerhalb der Kontaminationsfahne liegen derzeit keine Hinweise auf vergleichbare PFAS-Belastungen vor.

Dabei ist zu berücksichtigen: Umweltuntersuchungen erfolgen nicht an jedem Gewässer regelmäßig und flächendeckend, sondern insbesondere dort, wo aufgrund früherer Nutzungen oder Messungen ein konkreter Anlass besteht. Im Prinzip bedeutet das, wo nicht gemessen wird, gibt es auch keinen Befund. Daher bedeutet eine fehlende Messung nicht automatisch „frei von PFAS“, sondern lediglich, dass aktuell kein entsprechender Nachweis vorliegt.

Wie gelangen PFAS in den Körper?

Bisher gelten vor allem Nahrung und Trinkwasser als wichtige Aufnahmewege. Lange Zeit wurde angenommen, dass Hautkontakt kaum eine Rolle spielt. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass bestimmte PFAS-Verbindungen die Hautbarriere überwinden können. Laboruntersuchungen bestätigten bei mehreren PFAS eine Aufnahme über die Haut, wobei teilweise besonders die kurzkettigen PFAS eine höhere Durchlässigkeit zeigten.

Das bedeutet nicht, dass Schwimmen in jedem Gewässer automatisch ein Gesundheitsrisiko darstellt. Entscheidend sind u. a. gemessene PFAS-Konzentrationen im Wasser, die Art der PFAS-Verbindung sowie Dauer und Häufigkeit des Aufenthalts im Wasser.

Was bedeutet das für Badegäste?

Ein einzelner Badetag ist nicht mit einer relevanten PFAS-Belastung gleichzusetzen. Bei bekannten PFAS-Belastungen ist jedoch eine vorsorgliche Betrachtung besonders bei Kindern sinnvoll, die lange im Wasser spielen und häufig Wasser verschlucken.

Was kann man tun?

  • Hinweise zu Badegewässerqualität und Messwerten beachten.
  • Beim Schwimmen möglichst wenig Wasser schlucken.
  • Nach dem Baden duschen, um mögliche Rückstände zu entfernen.
  • Nicht nur einzelne Aufnahmewege betrachten, sondern die gesamte Belastung über Umwelt, Ernährung und Wasser.

PFAS sind ein Beispiel dafür, dass Umweltchemikalien nicht nur über einen einzigen Weg wirken. Die Forschung entwickelt sich weiter – insbesondere zur Bedeutung der Hautaufnahme. 

Quellen und weiterführende Informationen:

  • Umweltbundesamt: PFAS in Flüssen, Seen und Meeren 
  • Umweltbundesamt: PFAS im Menschen / Human-Biomonitoring 
  • ATSDR (US Agency for Toxic Substances and Disease Registry): PFAS Exposure Information 
  • Ragnarsdóttir et al.: Untersuchungen zur dermalen Aufnahme von PFAS in menschlichen Hautmodellen 
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